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Springschwänze

Collembolen

Die auf der Bauchseite angelegte Sprunggabel ist typisch für Springschwänze
Im Boden lebende Springschwänze erscheinen durch fehlende Pigmente weißlich

Aussehen

Springschwänze (Collembolen) sind winzig kleine Gliederfüßer, die meist nur eine Körperlänge von ein bis zwei Millimeter erreichen. Obwohl sie drei Beinpaare besitzen werden sie nicht zu den Insekten gezählt. Im Vergleich zu Insekten besitzen Springschwänze deutlich weniger Hinterleibsglieder. Ein weiterer, wichtiger Unterschied ist, dass die Mundwerkzeuge von außen nicht sichtbar sind. Charakteristisch ist der Besitz einer sogenannten Sprunggabel, die normalerweise auf der Bauchseite des Tiers angelegt ist. Dieses morphologische Detail ist allerdings mit bloßem Auge nicht sichtbar. Zur sicheren Bestimmung ist daher die Verwendung eines Mikroskops unerlässlich.

Lebensweise

Springschwänze benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und leben daher vor allem in der Laubstreu, aber auch bis zu zehn Zentimeter tief in der Erde. Sie ernähren sich von abgestorbenen Blättern und sonstigem Pflanzenmaterial. Bei Gefahr können sie sich mit Hilfe ihrer Sprunggabel mehrere Zentimeter hoch in die Luft katapultieren. Sie erreichen ein Alter von bis zu einem Jahr.

Vorkommen

Springschwänze sind weltweit verbreitete Bodenorganismen. Auch auf Flachdächern findet man die Tiere häufig – besonders wenn sich hier durch abgestorbene Blätter eine Humusschicht gebildet hat. Aber auch innerhalb von Gebäuden können diese Tiere ansiedeln. Regelmäßig findet man sie in feucht-warmen Bereichen von Lebensmittelbetrieben. Hier leben sie zum Beispiel in offenen Fugen, in denen sich Feuchtigkeit lange halten kann.

Wie kann man sich vor Befall schützen?

Da Springschwänze überall im Boden leben, können sie grundsätzlich auch überall vorhanden sein. Um zu verhindern, dass sich die Tiere in großen Mengen auf Dächern von Gebäuden entwickeln, müssen vor allem abgestorbene Blätter regelmäßig von Dächern entfernt werden.

Welche Probleme verursachen diese Schädlinge?

Im Grunde genommen handelt es sich um sehr nützliche Bodenlebewesen, die durch das Zerkleinern von abgestorbenem Pflanzenmaterial zur Humusbildung beitragen. Probleme können sie aber dann bereiten, wenn sie sich massenhaft auf Flachdächern entwickeln und von hier aus in die darunter liegenden Wohnungen eindringen. Dies geschieht vor allem im Sommer, wenn die Lebensbedingungen der Tiere auf dem Dach durch hohe Temperaturen und Trockenheit ungünstig werden. Treten sie in Lebensmittelbetrieben auf, so besteht die Gefahr, dass Lebensmittel verunreinigt werden.

Wie kann man diese Schädlinge am besten bekämpfen?

Zunächst einmal sollte man abklären, ob es sich tatsächlich um Springschwänze handelt und die Ursache des Befalls herausfinden. Oft kann man den Tieren dann durch Reinigungsmaßnahmen bereits die Lebensgrundlage entziehen. Zur direkten Bekämpfung können verschiedene Kontaktinsektizide eingesetzt werden. Personen  ohne Sachkundenachweis sollten diese Präparate jedoch besser nicht verwenden, da ein nicht sachgemäßer Umgang mit Kontaktinsektiziden gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann.  Schädlingsbekämpfungsunternehmen, die dem Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband (DSV) oder dem Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (VföS) angehören, verfügen über die notwendige Sachkunde und können Springschwänze daher auch in sensiblen Bereichen wie Lebensmittelbetrieben oder Schulen bekämpfen.