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Rötelmaus

Myodesglareolus

Rötelmäuse gelten als Überträger der gefährlichen Hantaviren

Aussehen

Die Rötelmaus (Myodesglareolus) ist eine relativ kleine Mäuseart. Die sog. Kopf-Rumpf-Länge, also die Körperlänge ohne den Schwanz, liegt zwischen sieben und dreizehn Zentimetern. Der Schwanz wird drei bis sechs Zentimeter lang und bleibt somit deutlich kürzer als der restliche Körper. Das Körpergewicht liegt bei maximal 35 Gramm. Das Fell ist auf der Oberseite rötlichbraun bis rötlich gefärbt - auf diese spezielle Färbung ist auch die deutsche Bezeichnung der Art zurückzuführen. Manche Individuen besitzen aber auch ein gelblichbraunes Rückenfell. Das Fell auf der Körperunterseite ist weißlich bis grau gefärbt. Die Ohren sind deutlich erkennbar, werden aber bei weitem nicht so groß wie bei der Hausmaus. Hausmäuse besitzen darüber hinaus auch einen wesentlich längeren Schwanz, der ungefähr so lang ist wie der restliche Körper.

Lebensweise

Rötelmäuse können tag-, nacht- oder auch dämmerungsaktiv sein. Sie halten keinen Winterschlaf und sind ganzjährig aktiv. Ihre Nester legen sie unterirdisch an. Ihr Gangsystem verläuft in der Regel in der Laubstreu. Im Winter legen die Tiere ihre Laufgänge unter der Schneedecke an. Das Nahrungsspektrum ist sehr vielseitig und variiert je nach Jahreszeit beträchtlich. Während die Tiere im Frühjahr hauptsächlich Gräser, krautige Pflanzen und Keimlinge fressen, nehmen sie im Sommer und im Herbst auch Knospen, Samen, Früchte, Moose und Pilze zu sich. Für den Winter legen sie Nahrungsdepots mit Eicheln, Bucheckern oder auch Haselnüssen an. Darüber hinaus fressen sie im Winter vor allem Baumrinde. Bei einem massenhaften Auftreten gelten die Tiere daher in der Forstwirtschaft auch als Pflanzenschädlinge. Daneben verzehren Rötelmäuse aber auch Insekten, Spinnen oder andere Wirbellose.

Vorkommen

Diese kleine Wühlmausart besiedelt große Teile Europas und Nordasiens. In Mitteleuropa lebt sie vorwiegend in Laub- oder Mischwäldern. Im nördlichen Skandinavien kommt sie aber auch in reinen Nadelwäldern vor. Aber auch in Hecken und Feuchtgebieten fühlt sich diese extrem häufige Mäuseart wohl. Ebenso werden Gärten in Dörfern und Städten besiedelt - selbst in Großstädten ist die Art häufig. Oft findet man ihre Nester, die aus Laub und trockenem Moos bestehen, in Scheunen, Gartenhütten oder Lagern.

Wie kann man sich vor Befall schützen?

Da diese Mäuseart in Wäldern ebenso vorkommt wie in Städten und teilweise als häufigstes Wirbeltier Mitteleuropas bezeichnet wird, ist es im Grunde genommen unmöglich nicht mit diesen Tieren, die gefährliche Krankheiten übertragen können, in Kontakt zu kommen.

Welche Probleme verursachen diese Schädlinge?

Rötelmäuse sind gefährliche Gesundheitsschädlinge und können verschiedene Infektionskrankheiten wie Leptospirose, Borreliose oder FSME auf den Menschen übertragen. Am häufigsten ist jedoch die Übertragung von Hantaviren, die ein sog. hämorrhagisches Fieber (Fieber das mit Blutungen einhergeht) mit Nierenschäden auslösen. Die Infektion wird durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen (Urin, Kot oder Speichel) verursacht. Problematisch ist, dass auch angetrockneter Mäusekot oder -urin noch infektiös sein kann. Sehr häufig nimmt man die Hantavirendaher über die Atemluft auf, wenn der Kot von infizierten Rötelmäusen in staubigen Lagerhallen oder Kellern auf dem Boden liegt.

Wie kann man diese Schädlinge am besten bekämpfen?

Zur Bekämpfung können Schlagfallen und vergiftete Köder (sog. Rodentizidköder) eingesetzt werden. Rodentizidköder enthalten Wirkstoffe die die Blutgerinnung verhindern. Da die Wirkstoffe auf den Menschen, aber auch auf Haus- und Wildtiere die gleichen Effekte haben, dürfen die meisten Rodentizidködernur von besonders geschulten Personen eingesetzt werden. Schädlingsbekämpfungsunternehmen die dem Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband (DSV) oder dem Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (VföS) angehören beschäftigen ausschließlich Mitarbeiter die über eine entsprechende Sachkunde verfügen. Derartige Unternehmen wissen zudem genau welche Methoden und Präparate im Einzelfall geeignet sind und kennen sich auch mit den rechtlichen Aspekten der Schadnagerbekämpfung bestens aus.